Für Mensch und Natur

Willkommen beim NABU Kreisverband Gifhorn e.V.

Der Naturschutzbund Kreisverband Gifhorn e.V. - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln. Weitere Informationen unter "Wir über uns".

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG | 10. MÄRZ 2021

ASV Hillerse, des Hegerings Hillerse und NABU Kreisverbandes Gifhorn zum geplanten Kunstrasenplatz in Hillerse

Angler, Jäger und NABU in ungewohnter Einigkeit

 Fußballspiel auf Kunstrasen https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ArtificialTurfGranulatedRubber.jpg
Fußballspiel auf Kunstrasen https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ArtificialTurfGranulatedRubber.jpg

Hillerse/Leiferde 10.03.2021
Anfang März teilte Hubertus Heil (SPD) in einer Presserklärung mit, dass der Bund 325.000 EUR in einen Kunstrasenplatz in Hillerse investiert. Zusammen mit weiteren 150000 €, welche die Gemeinde Hillerse bereits zugesagt hat, sollen nun ca. 7000 Quadratmeter mit Plastik überdeckt werden. Aus sportlicher Sicht mag dies vielleicht manch Vorteil bringen, aus Sicht von Umwelt- und Naturschutz ist ein solches Projekt heutzutage nicht mehr vertretbar.

 

Die TU Braunschweig hat in einer Studie in 2019 festgestellt, dass sich durchschnittlich 3000 Plastikpartikel in einem Kilogramm Flusssediment befinden. Hier kommt zum Tragen, dass der zu sanierende B-Platz unmittelbar an das FFH- und Naturschutzgebiet „Okeraue bei Didderse“ grenzt und weiteres Mikroplastik zwangsläufig auch in der Oker landet. „Ein solcher Plastikplatz konterkariert unsere langjährigen Bemühungen rund um die Hillerser Okeraue und zeigt, dass Umweltschutz nur dann eine Rolle spielt, wenn er einem nicht im Wege steht“, so Jens Fieser, Naturschutzbeauftragter des Angelsportvereins Hillerse. Die Angler befürchten weitere Beeinträchtigungen des sensiblen Ökosystems und auch die entsprechenden Naturschutzrichtlinien verbieten Verschlechterungen des ökologischen Zustandes. Aktuell werden in Niedersachsen zudem 6,8 ha landwirtschaftlich genutzter oder naturbelassener Fläche pro Tag baulich versiegelt, weshalb Fieser zu Folge eine Sanierung des Naturrasenplatz der Plastikvariante zu bevorzugen wäre. Langfristig betrachtet ist dies nicht teurer als der beworbene Kunstrasen, welcher zudem mitnichten pflegeleichter ist.

 

„Man kann sich nicht einerseits bei Projekten für „kommunale Nachhaltigkeit“ bewerben und andererseits den Umweltschutz vor Ort mit Füßen treten“, kritisiert Garlef Kalberlah, Naturschutzobmann vom Hegering Hillerse. Auch hier stößt das Projekt auf Kritik. Aufgrund der zu erwartenden Beeinträchtigung wertvoller Biotope und seltener Arten im angrenzenden Schutzgebiet könnten im Falle eines Baus Kompensationsmaßnahmen notwendig werden, die dann der Verein oder die Gemeinde tragen müssten.

 

Florian Preusse, Biologe und Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Gifhorn merkt an, dass ein Naturrasenplatz sicherlich kein Hort der Artenvielfalt sei. Dennoch gäbe es ein aktives Bodenleben und es fänden auch zahlreiche Vögel ganzjährig Nahrung. „Ich bin erstaunt, dass man ein derartiges Projekt an solch einem sensiblen Standort überhaupt in Betracht zieht. Hier muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschaltet werden.“ Man dürfe zudem die Folgekosten nicht vergessen, da auch Kunstrasenplätze verschleißen und nach ca. 15-20 Jahren aufwendig saniert werden müssen.

 

Die drei anerkannten Naturschutzverbände appellieren daher an einen nachhaltigen Umgang mit unseren knappen Ressourcen und wünschen sich politische Entscheidungen mit Augenmaß. Selbst der Deutsche Olympische Sportbund gibt aktuell keine Handlungsempfehlungen für derartige Projekte. 325.000 EUR könnten in wesentlich sinnvoller Projekte in Hillerse einfließen, wovon letztendlich alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde profitieren.


Wolf/Abschuss

NABU und Freundeskreis freilebender Wölfe kritisieren Wolfabschuss

Erneute Entnahme einer Wolfs-Fähe im Landkreis Uelzen

Foto: Heiko Anders
Foto: Heiko Anders

Hannover – Wie das Niedersächsische Umweltministerium am 1. März 2021 mitteilte, wurde am vorangegangenen Wochenende auf Basis einer Ausnahmegenehmigung des Landkreises Uelzen ein Wolf des Ebstorfer Rudels abgeschossen. Auch in diesem Fall soll es sich um eine Fähe handeln, für die keine Abschussgenehmigung vorlag. Diese galt für den Wolfsrüden GW1027m des Rudels. Umweltminister Olaf Lies verteidigte den Abschuss mit Hinweis auf die Einzelnorm § 45a „Umgang mit dem Wolf“ des Bundesnaturschutzgesetzes.

 

Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, zeigt sich nach dem wiederholten Fall des Abschusses eines falschen Tieres entsetzt: „Das Umweltministerium setzt genau das um, wovor wir seit längerem warnen und was den Weidtierhaltern nicht hilft: Wölfe werden ohne konkrete Zuordnung abgeschossen, ganze Rudelstrukturen können durch die Entnahme zerstört werden.“ Dr. Buschmann wiederholt seine bereits geäußerte Kritik mit Nachdruck, man könne nicht nach Gutdünken Wölfe abschießen, bis man den richtigen Wolf irgendwann trifft, sondern müsse konsequent flächendeckenden, fachgerechten Herdenschutz in Wolfsgebieten fördern und umsetzen.

 

Ralf Hentschel, Vorsitzender des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V., schließt sich der Kritik an und betont: „Der Abschuss eines jetzt rund zehn Monate alten Welpen aus dem Vorjahr ist ein Armutszeugnis. Ein im Vergleich so kleines Tier kann von erfahrenen Personen sehr wohl von ausgewachsenen Rüden unterschieden werden.“

 

Beide Vorsitzenden zeigen sich ob der Äußerung von Umweltminister Lies, „die Alternative wäre, dass verzweifelte Weidetierhalter im Zweifel irgendwann selbst zum Gewehr greifen“, zudem höchst erschüttert und schließen sich seiner Meinung insoweit an, dass es soweit nicht kommen dürfe: „Es darf niemals durch einen Minister der Eindruck vermittelt werden, Wölfe könnten von jedem betroffenen Weidetierhalter einfach abgeschossen werden“, so Hentschel. Dr. Buschmann ergänzt: „Der Wolf ist und bleibt durch internationale und nationale Gesetze streng geschützt. In der Europäischen Union unterliegt er den Anhängen II, IV und V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, auf Bundesebene ist der Wolf durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Er hat damit den höchstmöglichen Schutzstatus und die Alternativen liegen im Herdenschutz.“

 

Eine Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe ist nach § 45 des Bundesnaturschutzgesetzes zwar möglich, dennoch könne diese Einzelnorm nach Einschätzung der Vorsitzenden nicht dafür missbraucht werden, den erstbesten Wolf zu entnehmen, zumal dies seitens des Umweltministeriums vollkommen intransparent und außerhalb der Öffentlichkeit geschieht. NABU Niedersachsen und der Freundeskreis freilebender Wölfe fordern daher weiterhin dazu auf, vermehrt auf wirksame und fachgerecht angewandte Herdenschutzmaßnahmen statt auf Wolfsabschuss zu setzen sowie die bestehenden Abschussgenehmigungen öffentlich zu machen und transparent darzulegen, weshalb einzelne Wölfe entnommen werden sollen.


Rund um Wölfe

Infos, Beratung, Verhaltenstipps

Eine Zusammenstellung zahlreicher Sachinfos

Wölfe im Landkreis Gifhorn

 

Da aktuell der Wolf mal wieder Thema im Landkreis Gifhorn ist, verweisen wir an dieser Stelle auf unsere umfangreiche und sachliche Zusammenstellung zum Thema Wolf. So finden Sie neben Aspekten der Biologie des Wolfes und der aktuellen Verbreitung auch Verhaltenstipps bei Wolfssichtungen, wo sie diese melden können und auch Tipps für betroffene Nutztierhalter.


Insektensterben - Was geht mich das an?

Fakten, Infos und Tipps zur eigenen Gartengestaltung

Die öffentliche Diskussion wird von der Klimakrise dominiert. Das wir es parallel mit einer Biodiversitätskrise zu tun haben wird dabei häufig vergessen, obwohl wir deren Auswirkungen sehr viel deutlich zu spüren bekommen könnten.


Seit 2017 ist vor allem das Insektensterben in aller Munde, was im Jahr 2021 sogar zu einem Insektenschutzgesetz führte. Leider sind zahlreiche Maßnahmen wie Blühstreifen und Insektenhotels in vielen Fällen mehr Aktionismus, als wirksames Mittel dem Artensterben entgegezutreten. Aus diesem Grund haben wir eine umfangreiche Internetpräsenz zusammengestellt. Dort finden Sie zahlreiche Informationen rund um die Ursachen des Insektensterbens und möglicher Lösungswege. Wir gehen auf den Sinn und Unsinn von Blühstreifen ein und geben ebenso Tipps zur Gartengestaltung. Auf Nachfrage bieten wir auche eine Vortragsveranstaltung zu diesem Themenkomplex an. Sprechen Sie uns einfach an. Unsere Kontakdaten finden Sie hier.


Aktiv für den Naturschutz im Landkreis Gifhorn

Der NABU Kreisverband Gifhorn ist auf der Suche nach Menschen, die sich aktiv für den Naturschutz im Landkreis einsetzen möchten. Über Ihr ehrenamtliches Engagement würden wir uns sehr freuen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.  Bei Interesse nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht zu möglichen Tätigkeitsbereichen. Sie können sich aber auch mit Ihren eigenen Ideen einbringen.

 

 

 

  • Mitarbeit in einer unserer Arbeitsgruppen
  • Biotoppflege z.B. Streuobstwiesen
  • Ernteaktionen
  • Hilfe bei Arbeitseinsätzen
  • Amphibienschutz (z.B. Auf- und Abbau von Krötenschutzzäunen)
  • Wespen- und Hornissenschutz
  • Vogelschutz
  • Mitarbeit im Vorstand
  • Aktion "Willkommen Wolf"
  • Durchführung von Vortragsabenden / Infoveranstaltungen
  • Präsenz in sozialen Netzwerken
  • Durchführung von Exkursionen
  • Verfassen von Stellungsnahmen im Rahmen der KONU
  • Betreuung von Infoständen